Tribüne, 50. Jg., Heft 199, 10. September 2011
Hat Israel am arabischen Antisemitismus schuld? (Zweiter Teil)
Zwischenbilanz einer internationalen Diskussion · Von Matthias Küntzel
DER ETWAS BESSERE ANTISEMITISMUS
Ich beginne mit Marc Lynch, seines Zeichens Professor der Politikwissenschaft und Direktor des Institute for Middle East Studies an der George Washington Universität. Lynch hat das jüngste Buch des bekannten amerikanischen Intellektuellen Paul Berman, The Flight of the Intellectuals, für die Zeitschrift Foreign Affairs rezensiert. Bedeutsam ist hier eine Episode, in der sich Berman mit dem islamistischen Prediger Yussuf al-Qaradawi beschäftigt. Seine Auftritte bei dem TV-Sender Al Jazeera haben Qaradawi zum wichtigsten Ideologen der Muslimbruderschaft gemacht.
Im Januar 2009 verteidigte Qaradawi den Holocaust als gerechte Strafe Gottes. Berman zitiert ihn in seinem Buch:
„Immer wieder schickte Allah jemanden, der die Juden wegen ihrer Korruption bestrafte. Die letzte Bestrafung führte Hitler durch. Durch das, was Hitler den Juden antat, war es ihm möglich, ihnen den Platz zuzuweisen, der ihnen gebührt.“ In einer anderen Sendung rief Qaradawi zum Massenmord auf: „Oh Allah, lasse keinen von [dieser jüdischen Zionistenbande] am Leben. Oh Allah, zähle sie und töte sie bis zum letzten Mann.“[28] Auch dieser Aufruf wird bei Berman zitiert.
Lynch weigerte sich, diesen aggressiven Antisemitismus zur Kenntnis zu nehmen. Qaradawi sei ein moderater Muslim, schrieb er und fügte hinzu: „Gleichzeitig ist er … gewiss Israel gegenüber feindlich eingestellt.“[29] Lynch hat somit selbst noch Qaradawis Beifall für den Holocaust als Ausdruck einer – in seinen Augen vermutlich legitimen – Israelfeindschaft interpretiert.
In der folgenden Ausgabe von Foreign Affairs kritisierte Paul Berman diese Beschönigung. Er warf Lynch vor, sich hinter dem Euphemismus „feindlich gegenüber Israel“‘ zu verstecken, obwohl er in Wirklichkeit ,hitlerisch‘ meine. Lynch aber bekräftigte seine Position. Qaradawi habe mit den oben zitierten Äußerungen „einer extrem feindlichen Sichtweise auf Israel Gehör verschafft.”[30]
Der Fluchtreflex, den hier ein amerikanischer Nahostspezialist in der wichtigsten außenpolitischen Zeitschrift der USA offenbart, spricht Bände. Lynch stellt sich blind und legt die unmissverständliche Hetze Qaradawis so aus, wie es seiner eigenen politischen Agenda – seinem Wunsch nach Zusammenarbeit mit dem „moderaten Islamisten“ Qaradawi – passt. Gleichzeitig behandelt er ihn herablassend wie ein Kind.
Hätte ein christlicher Führer des Klu-Kux-Clan eben dass gesagt, was Qaradawi seinem Millionenpublikum offerierte, hätte Lynch dessen Worte vermutlich als „Hitler’schen“ Antisemitismus kritisiert. Das Wort eines Muslims scheint bei Lynch hingegen weniger Gewicht zu haben. Nur deshalb nimmt er sich das Recht, Qaradawis Eloge auf den Holocaust als „Feindseligkeit gegenüber Israel“ zu übersetzen.
Demgegenüber schlägt Gilbert Achcar, auf den sich Lynch in Foreign Affairs positiv bezieht, eine andere Linie ein. Er weicht der Hässlichkeit des arabischen Antisemitismus nicht aus, schiebt sie aber Israel in die Schuhe:
„Die antisemitischen Erklärungen, wie man sie heute in den arabischen Ländern hört, (sind) phantasiebeladene Ausdrucksformen … einer intensiven nationalen Frustration und Unterdrückung, für die in ihrer Mehrheit ,die Juden‘ in Palästina, sowie Israel, der ,jüdische Staat‘, den sie gründeten, verantwortlich gemacht werden müssen.“[31]
Achcar will auf diese Weise zwischen dem verdammungswürdigen Antisemitismus der Nazis und den frustrierten „Ausdrucksformen“ der Araber einen Trennungsstrich ziehen. Würde er sich jene „phantasiebeladenen Ausdrucksformen“ genauer anschauen, würde er jedoch schnell merken, dass es hier um Vernichtungsphantasien geht.
Diese haben mit realen Konflikten nichts zu tun. Andernfalls hätten wir es nicht mit Antisemitismus, sondern mit gerechtfertigtem oder ungerechtfertigtem Zorn über eine bestimmte israelische Regierungspolitik zu tun – einem Zorn, der nicht auf Vernichtung, sondern auf Verhaltensänderung zielt.
Achcar aber bringt sogar für die Verbreitung der Protokolle der Weisen von Zion mildernde Umstände ins Spiel. So meint er, zwischen „einer antisemitischen und einer antizionistischen Lesart“ der Protokolle eine „qualitative Differenz“ entdecken zu können, weshalb es „notwendig“ sei, zwischen einer entschuldbaren und einer unentschuldbaren Verbreitung jener „Protokolle“ zu unterscheiden.[32]
Gewiss ist es richtig, dass sich die Rahmenbedingungen des arabischen Antisemitismus von den Rahmenbedingungen des Nazi-Antisemitismus grundlegend unterscheiden. Umso mehr muss aber die Ähnlichkeit der gegenwärtigen Parolen, Karikaturen und Phantasien mit denen der Nazis frappieren.
Doch eben diese Ähnlichkeit wollen Lynch und Achcar nicht sehen. Hierauf gehen auch die anderen Kritiker des neuen Forschungsansatzes wie Götz Nordbruch in den Middle Eastern Studies oder Peter Wien und Joel Beinin im International Journal of Middle East Studies nicht ein. Es ist die Weigerung, genau hinzugucken, was diese Autoren vereint. Diese Eigenart setzt sich im Umgang mit der Extremform von Antisemitimus – der Leugnung des Holocaust – fort.
MILDERNDE UMSTÄNDE FÜR HOLOCOUSTLEUGNER
Gilbert Achcar nannte sein Buch zwar The Arabs and the Holocaust. Dennoch geht er darin auf die konkreten Äußerungen arabischer Holocaustleugner nicht ein. Mehr noch: Er äußert sich darin verächtlich über jene, die dies tun: „Ich überlasse anderen die perverse Genugtuung, all die Trivialitäten über den Holocaust zu katalogisieren, die in der arabischen Welt geäußert wurden.“[33]
Sein Interesse gilt vorrangig dem Nachweis, dass Israel auch für die Holocaust-Leugnung verantwortlich sei.
Seine Beweisführung ist jedoch kompliziert: Angeblich habe Israel immer wieder versucht, Legitimitätskrisen durch eine „politische Ausbeutung der Erinnerung an den Holocaust“ zu überwinden.
Achcar führt als Beispiel das Jahr 1982 an. In diesem Jahr habe Israel nach seinem Einmarsch in den Libanon einen weltweiten Imageverlust erlitten und sich genötigt gesehen, sein Image durch eine besonders massive Beschwörung des Holocaust aufzuwerten. Diese Propagandaoffensive habe die arabische Welt zur Leugnung des Holocaust überhaupt erst provoziert: „The denial in the Arab world … began with the invasion of Lebanon in 1982.“[34]
Zwar ist es richtig, dass 1982 der israelische Ministerpräsident Menachem Begin den in Beirut verschanzten Arafat mit Hitler verglich. Doch hatte sich Begin gerade damit in Israel diskreditiert. „Viele Israelis dachten, dass Begins Holocaust-Besessenheit zu dem unglücklichen Unterfangen [des Libanon-Kriegs] geführt habe“, betont Peter Novick, ein Autor, auf den sich Achcar gern beruft.[35]
Von einer „Propagandaoffensive Israels“ kann demnach keine Rede sein. Noch absurder ist Achcars Behauptung, wonach die arabische Holocaust-Leugnung 1982 ihren Anfang nahm.
Die von Herf präsentierten Dokumente belegen, dass die Holocaustleugnung im arabischsprachigen Nazi-Rundfunk bereits 1943 begann: Es handele sich bei der Behauptung der Judenvernichtung um „verdammte Lügen der Juden“, die „mit ihren Tränen weltweites Mitleid erregen wollen“, teilte der Nazi-Sender am 27. Juni 1943 seinen Hörern mit.[36] Schon im Mai 1945 griff die in Jerusalem erscheinende Zeitung Filastin dieses Thema wieder auf: „Die Juden haben die Anzahl ihrer Opfer in Europa gewaltig übertrieben, um weltweite Überstützung für ihre geplanten Katastrophe [den Judenstaat in Palästina] zu erhalten.“ Die Nazi-Tyrannei habe „den Juden nicht mehr Schaden [zugefügt], als den Deutschen“, behauptete im September 1945 auch die ägyptische Zeitung Akbhar al-Yawm.[37] Meir Litvak und Esther Webman weisen nach, dass die Holocaust-Leugnung seither stets Teil des öffentlichen Diskurses in Ägypten geblieben ist.
Achcar freilich ordnet die Realität seinem politischen Credo unter. Er stellt die Leugnung des Holocaust als die verzweifelte Reaktion einer unterlegenen Gruppe auf das Vorpreschen eines allmächtigen Israels dar. „Sind alle Formen der Holocaustleugnung gleich?“, fragt er rhetorisch und fährt fort: „Sollte solch eine Leugnung, wenn sie von den Unterdrückern kommt, nicht unterschieden werden von einer Leugnung aus den Mündern der Unterdrückten, so wie zwischen dem Rassismus weißer Herrscher und dem der unterjochten Schwarzen unterschieden wird?“[38]
Damit stellt Achcar den Holocaust-Leugnern, sofern sie zu den „Unterdrückten“ gehören, einen moralischen Freibrief aus: Was bei anderen ein Skandal wäre, wird hier akzeptiert. Er stempelt zugleich die Araber als die „Dummen“, die nicht wüssten, was sie tun.
Wenn Araber den Holocaust leugnen, betonte er in einem Interview, habe dies „nichts mit irgendeiner Überzeugung zu tun. Es ist halt die Form, mit der die Leute ihrer Wut und ihrem Frust Luft machen, mit den einzigen Mitteln, die ihnen, wie sie glauben, zur Verfügung stehen.“[39] Auf diese Weise erlaubt sich auch Achcar gegenüber arabischen Antisemiten, was er gegenüber französischen Antisemiten niemals tun würde: Er weigert sich, sie als Menschen anzuerkennen, die für ihr Reden und Handeln verantwortlich sind.
Indem er sich für die konkrete Artikulation der arabischen Holocaust-Leugnung nicht interessiert, sie jedoch als Sonderform des Antizionismus gleichzeitig in Schutz nimmt, liefert Achcar ein Paradebeispiel für den Zusammenhang von Unwissenschaftlichkeit und Unmoral. „Wissenschaftliche Genauigkeit und moralische Integrität verhalten sich zueinander komplementär“, hatte Elie Kedourie, der große Nahosthistoriker einst erklärt.[40] Anders gesagt: Wissenschaftliches Fehlverhalten und moralischer Bankrott gehören zusammen.
Gleichwohl kam Achcars Buch bei deutschen Nahosthistorikern sehr gut an. Professor Alexander Flores, Islamwissenschaftler an der Universität Bremen, lobte überschwänglich Achcars „großes Buch“.[41] Das Berliner Zentrum Moderner Orient sprach von einem „bahnbrechenden Buch“ und lud den Autor im Mai 2010 zu einer von der Bundesregierung geförderten Lesung ein.
Es handele sich um „eine sachliche und solide Untersuchung von großer Bedeutung“, betonte Ulrike Freitag, die Direktorin des ZMO. „Was viele heute dazu bewegt, den Holocaust zu leugnen oder die Zahl der Opfer anzuzweifeln, habe mit der Instrumentalisierung dessen durch Israel im Nahostkonflikt zu tun.“[42] Was sie aber mit dem Vorwurf der „Instrumentalisierung“ des Holocaust „durch Israel“ meinte, ließ die ZMO-Direktorin offen.
Eine noch explizitere Position nimmt der langjährige ZMO-Mitarbeiter René Wildangel in seiner Doktorarbeit ein:
bp. „Je stärker der Holocaust als legitimatorisches Motiv für den israelischen Staat gedeutet wurde, desto unmöglicher wurde seine Anerkennung aus arabischer Sicht.“[43]
Hier offenbart der Autor, wie außerordentlich feindselig er Israel gegenüber eingestellt ist. Folgen wir nämlich seinem Denkmuster, wäre es „aus arabischer Sicht“ ebenso „unmöglich“, die Existenz des zweiten jüdischen Tempels anzuerkennen, da auch die Vorgeschichte Palästinas zu Israels „legitimatorischen“ Motiven gehört. Fakten gelten hier als Fiktionen und Fiktionen als Fakten, solange nur die antiisraelische Ausrichtung stimmt.
Darüber hinaus entschuldigt auch Wildangel die arabischen Holocaustleugner, indem er sie als Marionetten zeichnet, die lediglich reflexhaft zu handeln und zu denken in der Lage sind, weshalb es ihnen leider ganz „unmöglich“ sei, den Holocaust als historische Tatsachen anzuerkennen. Wie sehr sich Wildangel und Kollegen mit dieser Verächtlichmachung der arabischen Subjekte täuschten, hat der „arabische Frühling“ von 2011 gezeigt.
IMBABA UND DER ARABISCHE FRÜHLING
Niemand kennt die Zukunft der von Aufständen erschütterten Länder der arabischen Welt. Auf der einen Seite steht die Hoffnung, dass die revolutionären Ereignisse das Selbstbewusstsein und das Verantwortungsbewusstsein der Individuen stärken und damit die Nachfrage nach jüdischen Sündenböcken schwächen werden.
Auf der anderen Seite lauern machtvolle Kräfte wie das iranische Regime und die Muslimbruderschaft auf ihre Chance. „Die arabischen Revolutionen“ behauptete Safaa Saleh im Mai 2011 in ihrem eingangs zitierten Kommentar, seien lediglich „die Umsetzungen der koranischen Verse in denen es heißt, dass sich die Araber zusammenschließen und die Juden bekämpfen werden.“[44]
Vor diesem Hintergrund ist es nicht allein Salehs Eloge auf Hitler, die nach Erklärungen verlangt. Warum druckte die ägyptische Regierungszeitung Al-Gumhouriyya Salehs Kommentar freiwillig ab? Warum provozierte diese Veröffentlichung keine wahrnehmbare Kritik?
Die Kontrahenten des neuen Forschungsansatzes wollen schon die Suche nach Erklärungen diskreditieren. Sie werfen stattdessen politische Schlagwörter wie Handgranaten in den Raum: „Israels Propagandakrieg!“, „Instrumentalisierung des Holocaust!“, „Antiarabische Propaganda!“
Wenn auch jede dieser Chiffren für sich betrachtet kaum einen Aussagewert besitzt, erfüllen sie doch ihren Zweck: Sie helfen einer bestimmten Gruppe von Akademikern, den eigenen intellektuellen Selbstbetrug zu rationalisieren und markieren eine Tabuzone, die ein Wissenschaftler nicht überschreiten darf, möchte er nicht riskieren, als „Propagandist Israels“ beschimpft zu werden.
Es geht um die Betäubung des kritischen Geistes, um die Rationalisierung einer Leidenschaft, die sich negativ auf Israel bezieht, um die Verteidigung eines bestimmten Weltbilds gegen die Anfechtungen der Realität.
Irrationale Ideologien sind weniger leicht zu vertreiben als illegitime Herrscher. Noch ist in Ägypten die positive Berufung auf Adolf Hitler nicht geächtet. Noch wird das Begehren, Israel zu vernichten, selten hinterfragt und kaum je bekämpft. Solange aber selbst die Wissenschaft diesen Judenhass als Ausfluss jüdischen Verhaltens fehldeutet, wird die Befreiung der arabischen Völker vom Antisemitismus nicht erleichtert, sondern blockiert.
Erstveröffentlichung in leicht gekürzter Form: Tribüne, 50. Jahrgang, Heft 199, 3. Quartal 2011, S. 101-112.
————[1] Article in Egyptian Daily: The Jews are behind the clashes between Egypt’s Muslims and Copts, in: MEMRI, Special Dispatch, No. 3844, May 17, 2011.
[2] John Rosenthal, Democracy or Jew-Hatred? More evidence of Antisemitism at the Egypt Protests, on: http://pajamasmedia.com/blog/democracy-or-jew-hatred-more-evidence-of-anti-semitism-at-the-egypt-protests/
[3]Yehoshafat Harkabi, Arab Attitudes to Israel, Jerusalem (Keter Publishing House) 1972, p. 298.
[4] Bernard Lewis, Semites and Anti-Semites, London (Weidenfeld and Nicolson) 1986, p. 259.
[5] Harkabi, a.a.O., pp. 299-302.
[6] Lewis, a.a.O., p. 240.
[7] Joel Beinin , Book review of Jeffrey Herf, Nazi Propaganda in the Arab World and Meir Litvak and Esther Webman, From Empathy to Denial, in: International Journal of Middle East Studies, Vol. 42, No. 4.
[8] Werner Bergmann, Zur Entstehung von Feindbildern im Konflikt um Palästina, in: Wolfgang Benz (Hg.), Jahrbuch für Antisemitismusforschung 12, Berlin (Metropol) 2003, S. 16f.
[9] Pressemitteilung der Technischen Universität Berlin „Die Entstehung von Feindbildern im Konflikt um Palästina“ vom 31. August 2000, auf: http://idw-online.de/pages/de/news?print=1&id=23924 .
[10] Götz Nordbruch, Palästina, in: Wolfgang Benz, Hg., Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Band 1: Länder und Regionen, München (K.G. Saur) 2008, S. 261. Die entsprechende Passage ist vollständig zitiert.
[11] Hillel Cohen, Army of Shadows. Palestinian Collaboration with Zionism, 1917-1948, Berkeley and Los Angeles (University of California Press) 2008, S. 259.
[12] 2001 erschienen in Berlin die von Gerhard Höpp herausgegebenen Mufti-Papiere. Briefe, Memoranden, Reden und Aufrufe Amin al-Husainis aus dem Exil, 1940-1945 (Klaus Schwarz Verlag). 2002 veröffentlichte der Freiburger Ca Ira-Verlag mein Buch Djihad und Judenhass. Über den neuen antijüdischen Krieg. 2004 kam in Berlin der Band Blind für die Geschichte? Arabische Begegnungen mit dem Nationalsozialismus, herausgegeben von Gerhard Höpp, Peter Wien und René Wildangel auf den Markt (Klaus Schwarz Verlag). 2006 veröffentlichten Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers in Darmstadt ihre Monographie Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), Peter Wien in London das Buch Iraq Arab Nationalism. Authoritarian, Totalitarian and Pro-Fascist Inclinations 1932-1941 (Routledge) und Jeffrey Herf seine auch auf den Nahen Osten bezugnehmende Studie The Jewish Enemy. Nazi Propaganda During World War II and the Holocaust. 2007 erschienen in Belgrad die englische Version der von Jennie Lebl ursprünglich auf serbo-kroatisch verfassten Studie The Mufti of Jerusalem Haj-Amin el-Husseini and National-Socialism (Cigoja-Verlag), in Berlin René Wildangels Studie Zwischen Achse und Mandatsmacht. Palästina und der Nationalsozialismus (Klaus Schwarz Verlag), in Darmstadt eine Neuauflage des 1988 erstmals veröffentlichten Buches von Klaus Gensicke, Der Mufti von Jerusalem und die Nationalsozialisten (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) sowie in New York die englische Fassung von Djihad und Judenhass: Jihad and Jew-Hatred. Islamism, Nazism and the Roots of 9/11 (Telos Press). 2008 kam das Buch Icon of Evil. Hitler’s Mufti and the Rise of Radical Islam von David G. Dalin/John F. Rothmann in New York (Random House) auf den Markt. 2009 erschienen in London die Untersuchung von Meir Litvak und Esther Webman: From Empathy to Denial. Arab Responses to the Holocaust (Hurst & Company) sowie Götz Nordbruchs Studie Nazism in Syria and Lebanon. The ambivalence of the German option 1933-1945 (Routledge). In New Haven erschien das Buch von Jeffrey Herf Nazi Propaganda for the Arab World (Yale University Press) sowie in New York Gilbert Achcars Buch The Arabs and the Holocaust. 2010 schließlich erschienen in New York das im Vorjahr auf französisch veröffentlichte Buch von Mallmann und Cüppers: Nazi Palestine: The Plans For the Extermination of the Jews in Palestine, New York (Enigma Books) 2010 sowie Paul Berman’s The Flight of the Intellectuals (Mellvillehouse).
[13] Robert Wistrich, Der antisemitische Wahn, München (Max Hueber) 1987, p. 313, 304.
[14] Matthias Küntzel, Von Zeesen bis Beirut. Nationalsozialismus und Antisemitismus in der arabischen Welt, in: Doron Rabinovici, Ulrich Speck und Natan Sznaider, Neuer Antisemitimus? Eine globale Debatte, Frankfurt/M. (Suhrkamp Verlag) 2004, pp.271-293.
[15] Jeffrey Herf, Nazi Propaganda for the Arab world, New Haven (Yale University Press) 2009.
[16] Jeffrey Herf, a.a.O., pp. 243-4 sowie ders., Hitlers Dschihad, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 2/2010, S. 285f.
[17] Richard P. Mitchell, The Society of the Muslim Brothers, London (Oxford University Press) 1969, S. 328.
[18] Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers, Halbmond und Hakenkreuz, Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 2006, S. 256.
[19] Meir Litvak and Esther Webman, From Empathy to Denial, London (Hurst & Company) 2009, p. 195. Hervorhebung: MK.
[20]Jean-Paul Sartre, Betrachtungen zur Judenfrage, in: Jean-Paul Sartre, Drei Essays, West-Berlin (Ullstein) 1970, S. 111.
[21] Hillel Cohen, a.a.O., S. 10.
[22] Achcar, a.a.O., p. 182 und 213.
[23] René Wildangel, Auf der Suche nach dem Skandal. Eine Reaktion auf den Themenschwerpunkt ,Nazikollaborateure in der Dritten Welt‘, in: iz3W Nr. 313, Juli/August 2009.
[24] Peter Wien, Coming to Terms with the Past: German Academia and Historical Relations Between the Arab Lands and Nazi Germany, in: International Journal of Middle East Studies (2010), Vol. 42, No. 2, p. 311. (Hervorhebung: MK)
[25] Ebd.
[26] Götz Nordbruch, ,Cultural Fusion‘ of Thought and Ambitions? Memory, Politics and the History of Arab-Nazi German Encounters, in: Middle Eastern Studies, Vol. 47, No.1, January 2011, p. 183.
[27] Das Bild der Dritten Welt wird sich verändern“, Karl Pfeifer im Gespräch mit Jeffrey Herf, in: Jungle World, 15. Juli 2010.
[28] Paul Berman, a.a.O., S. 78 und 92.
[29] Marc Lynch, Veiled Truths. The Rise of Political Islam and the West, in: Foreign Affairs, July/August 2010.
[30] Paul Berman, Islamism, Unveiled. From Berlin to Cairo and Back Again und Marc Lynch, Lynch Replies, in: Foreign Affairs, September/October 2010.
[31] Achcar, a.a.O., p. 256.
[32] Achcar, a.a.O., S. 208.
[33] Achcar, a.a.0., p. 181.
[34] Achcar, a.a.O., p. 256 sowie Interview: Gilbert Achcar, Arab attitudes to the Holocaust in: SocialistWorker.org, May 20, 2010.
[35] Peter Novick, Nach dem Holocaust, München (Deutscher Taschenbuch Verlag) 2003, p. 215.
[36] Herf, a.a.O., S. 177.
[37] Litvak and Webman, a.a.O., p. 52.
[38] Achcar, a.a.0., p. 276.
[39] Israel’s Propaganda War: Blame the Grand Mufti. Gilbert Achcar Interviewed by George Miller, auf: http://mrzine.monthlyreview.org/2010/achcar120510p.html
[40] Alain Silvera, Elie Kedourie, politique et moraliste, in: Sylvia Kedourie, ed., Elie Kedourie 1926-1992. History, Philosophy, Politics, London (Frank Cass) 1998, S. 101.
[41] Alexander Flores, Die Araber, der Holocaust und die universalistische Moral, in: inamo Jg. 16, Nr. 62, Sommer 2010.
[42] Samir Grees, Krieg der Narrative, auf: www.Qantara.de , July 5, 2010.
[43] René Wildangel, Zwischen Achse und Mandatsmacht, a.a.O., S. 403.
[44] Article in Egyptian Daily: The Jews Are behind the Clashes between Egypt’s Muslims and Copts, in: MEMRI, Special Dispatch, No. 3844, May 17, 2011.
