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Matthias Küntzel

Deutschland, Iran und die Bombe

Buch: Deutschland, Iran und die Bombe Eine Entgegnung - auch auf Günter Grass

Die Kriegsgefahr erhöht sich dramatisch: Teheran treibt sein Atomprogramm voran. Israel und die USA treffen militärische Vorbereitungen. Deutschlands “Dialog” mit Iran ist gescheitert.

Berlin dagegen hält an seiner Sonderbeziehung mit dem Regime fest. Einem Regime, das zur Atombombe greift, seine Bevölkerung unterdrückt und Israels Zerstörung propagiert?

Dieses hochaktuelle Buch dokumentiert – unter Verwendung bislang unveröffentlichter Dokumente – das Ausmaß der kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit mit Ahmadinejads Iran. Es wird der Debatte über Krieg und Frieden am Persischen Golf neue Impulse verleihen.

Politik aktuell, Bd. 11, 240 S., 19,90 €, br, ISBN 978-3-643-11703-8

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Aus der Einleitung zu „Deutschland, Iran und die Bombe“:

(…) Anstatt wenigstens zu schweigen und darüber nachzudenken, warum sich die gewählte Regierung Israels nunmehr genötigt sieht, über einen Militärschlag gegen iranische Atomanlagen nachzudenken, schlagen jene, die sich in den letzten sieben Jahren über Ahmadinejad nicht hatten äußern wollen, jetzt also Alarm – jedoch nicht, um die Bundesregierung zu einem Abbruch ihrer Sonderbeziehung mit Teheran zu drängen, um den Sanktionsdruck zu verhundertfachen, um die iranische Bombe auszuschließen. Sondern um diejenigen, auf die sich sämtliche iranische Auslöschungsphantasien konzentrieren, an den Pranger zu stellen. Der kleine Staat Israel, behaupten sie, droht den achtzigmal so großen Iran mit seiner zehnmal so großen Einwohnerzahl zu überfallen, wenn nicht gar „auszulöschen“…! (…)
Als das Scheitern der Sanktionspolitik absehbar und das Ende der Hoffnung auf eine friedliche Lösung erkennbar wurde, entschloss ich mich, dieses Buch zu veröffentlichen. (…) Diese Textsammlung zeigt, was Regierungsbeamte, Banker, Mittelstandsbetriebe, Linke, Grüne und Politikberater getan haben, um Sanktionen gegen Teheran zu unterlaufen und die Wahrscheinlichkeit eines Krieges im Nahen Osten somit zu erhöhen. Das Buch will in der laufenden Debatte um Krieg und Frieden Orientierungshilfe sein und dazu beitragen, die Ursachen für das Debakel zu ergründen und hieraus Schlussfolgerungen zu ziehen. (…)

Fast alle der in sich abgeschlossenen Texte, die Sie auf den nachfolgenden Seiten finden, wurden nach der Veröffentlichung meines Buches über „Die Deutschen und der Iran“ im Herbst 2009 verfasst. Der erste Teil konzentriert sich auf einige der Besonderheiten, die das iranischen Regime von anderen – auch muslimischen – Ländern unterscheidet: die Märtyrerideologie, der Mythos vom Zwölften Imam, der Antisemitismus und das Verfassungsgebot, stets weiter aufzurüsten.
Der zweite Teil liefert Fallbeispiele für meine These, dass sich die Sonderbeziehung zwischen Teheran und Berlin auf Regierungskontakte nicht beschränkt: Vertreter des Regimes werden auch von zivilgesellschaftlichen Instanzen und Oppositionsparteien hofiert.
Der dritte Teil legt Aspekte der wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen beiden Ländern dar und rekapituliert die jüngere Geschichte der „Europäische Iranischen Handelbank AG“ – einer Einrichtung im Besitz des iranischen Regimes, deren Hauptsitz in Hamburg nach wie vor nicht geschlossen ist.
Im vierten Teil gehe ich auf die Politik der Bundesregierung und deren Berater ein und zeichne die ungemein spannende Endphase der Bemühungen um ein wirksames Sanktionsregime nach. Der Anhang schließlich präsentiert eine Reihe jüngerer Dokumente, die für die vor uns liegenden Diskussionen von Bedeutung sind.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

SONDERFALL IRAN
1. Die Kinder der Minenfelder
2. Krieg gegen Israel
3. Tauziehen im Teheraner Tollhaus
4. Khomeini und die Bombe

SOLIDARISCH MIT DEM REGIME
5. Heimliche Helfer
6. Weimar und der Buchenwald-Skandal
7. Freiburg und Isfahan
8. Joschkas Schatten
9. Zum Beispiel Katajun Amirpur
10. Das „Neue Deutschland“ und der Iran

BOMBENGESCHÄFT
11. Who is Who im Iran-Business?
12. Dubai als „Eingangstor zum iranischen Markt“
13. EIH-Bank Hamburg: „Lebensader des Regimes“
14. Indien, Iran und die Bundesbank

Teil IV SONDERBEZIEHUNG BERLIN – TEHERAN
15. „Strategische Partner“?
16. Deutschland, die Mullahs und das Atom
17. „Entspannung“? Eine Antwort auf Christoph Bertram
18. 47 Tage, auf die es ankommt.
19. Deutsche Kulturpolitiker in Teheran
20. „Umfassende Zusammenarbeit“
21. Der Westen verstärkt den Druck
22. Streit um die iranische Zentralbank
23. Faule Kompromisse
24. „Sag nicht Krieg, sag Lebenskampf“

DOKUMENTE
I Die IAEA über Irans Atomwaffenforschung
II Claus Kleber: ZDF-Interview mit Mahmoud Ahmadinejad
III „Friedens- statt Kriegspolitik im Irankonflikt“
IV Scholars For Peace In The Middle East: Warum verteidigen Sie das Iranische Regime?
V Günter Grass: Was gesagt werden muss
VI Angela Merkel: Auszüge der Rede vor der Knesset

Publikationsnachweise
Abkürzungsverzeichnis
Personenregister